WIEDER AM MARKT

Mutierte Mispeln

Stadtleben | aus FALTER 19/04 vom 05.05.2004

Mispeln stammen vermutlich aus dem Vorderen Orient, gelangten von dort ins gartentechnische Kulturgut der Römer, durch die in die Klöstergärten unserer Breiten, verwilderten hier und zählen seit längerem zu Wildobst, aus dem man nach dem ersten Frost und einem dadurch in Gang gesetzten Fermentationsprozess feine Schnäpse und Marmeladen machen kann. Nun gibt es spanische Mispeln, die unseren kaum ähnlich sehen, aber schon jetzt am Markt sind: Sie erinnern vom Aussehen an Marille, vom Geschmack ein bisschen an Ringlotte oder Zwetschke, die stabile Haut schmeckt säuerlich, aber keine Spur von der Pektinbombe des heimischen "Asperls". Was tun mit dem komischen Obst? "So essen", sagt der Mann am Markt, gut mit weißem Pfeffer und Muskat. Aber auch ein Mitbraten mit Wachtel oder Wildhendl ist denkbar.

Derzeit auf allen Märkten.


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