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Vorwort | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 20/04 vom 12.05.2004

Der Unterschied zwischen Politik- und Kulturjournalisten ist der, dass die einen Leute treffen müssen und die anderen Leute treffen dürfen. Jedenfalls stellen sich das die Kulturniks gern so vor; bis sie dann mit großem Erstaunen zur Kenntnis nehmen, dass die Politniks ganz gierig drauf sind, Politiker zu treffen, mit denen man nicht einmal im gleichen Ozean baden wollen würde. Und doch müssen sich die Politniks oft mehr anstrengen, ein Interview mit einem größenwahnsinnigen Provinzpolitiker anzuleiern, als ein Kulturnik, der einen der bedeutendsten Komponisten der Gegenwart sprechen will. Verrückte Welt! "Monsieur Boulez ist bereit, Herrn Fastner zu empfangen", bestätigte man im Büro der Festwochen. Also fand sich Carsten Fastner am Sonntag um zehn Uhr morgens in einer Hotelbar (was ansonst nicht so seine Art ist) und sprach mit dem alerten, überaus angenehmen 79-jährigen Komponisten über Musik. Fotografin Felicitas Kruse soll dabei die Kamera vor Respekt gewackelt haben.


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