ÖBB-REFORM

Schaffnerlos?

Politik | aus FALTER 20/04 vom 12.05.2004

Im Dezember sollen die Eisenbahner mit dem Winterfahrplan erstmals ein eigenes Arbeitszeitgesetz und einen Kollektivvertrag erhalten. Obwohl es dann vorbei sein wird mit den 16-Stunden-Schichten, bangen die Schaffner trotzdem um ihre Zukunft. "Reden S' mit dem Wolfgang Ambros. Der hat schon vor Jahren gesungen, was mit uns passieren wird", heißt es im Pausenraum am Westbahnhof. "Schaffnerlos" werde die Zukunft, prophezeit die Eisenbahner-Gewerkschaft. Seit 1993 gibt es de facto einen Aufnahmestopp, lediglich sechs neue "Mobilitätskaufmänner" wurden seitdem aufgenommen. Das Durchschnittsalter der Schaffner liegt momentan bei 45 Jahren. 2085 fahrende Zugbegleiter, darunter 48 Frauen, betreuen etwa 4000 ÖBB-Züge täglich. Schon heute werden einige Strecken ohne Zugbegleiter geführt. In anderen Zügen gebe es für 264 Meter Zug und bis zu 500 Passagiere nur mehr einen Zugführer und einen Schaffner, erzählt ÖBB-Personalvertreter Gerhard Kausl. In einem Punkt sind sich alle Uniformierten im ÖBB-Pausenraum einig: "Um weiter zu sparen, wird das Unternehmen versuchen, auf möglichst vielen Strecken ohne Zugbegleiter auszukommen."


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