Ausreisen verboten

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 20/04 vom 12.05.2004

SCHIKANEN Sie haben ihre Strafe abgesessen und wollen Österreich verlassen. Doch Behörden nehmen ehemaligen Häftlingen jahrzehntelang den Pass weg. 

Manchmal sieht es so aus, als würden es auch die schlimmsten Burschen schaffen. Walter H. saß drei Jahre wegen Drogenhandels im Gefängnis. Zwei Jahre ist er schon draußen - ohne rückfällig geworden zu sein. Er hat Frau und Job gefunden, bezahlt erstmals Schulden. Walter H., auch das ist selten, steht zu seiner dunklen Vergangenheit. Seine Drogensucht hat er bekämpft. "Damit will ich nichts mehr zu tun haben", sagt er. Der Krebs hatte sich schon in die Leber gefressen und wurde mit Chemotherapien erfolgreich bekämpft.

  Die Taten der Vergangenheit darf ihm niemand mehr vorhalten. Das Gesetz bestraft den Vorwurf einer verbüßten strafbaren Handlung mit bis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe. Die Resozialisierung soll geschützt werden, sagt der Gesetzgeber - und hält sich selbst nicht daran. Er entzieht ehemaligen Häftlingen den


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