Troy Story

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 20/04 vom 12.05.2004

FILM Wenn das der alte Homer wüsste: Knapp 2800 Jahre nach der "Ilias" hat Wolfgang Petersen die Schlacht um Troja verfilmt. 

Bagdad heißt jetzt Troja, George W. Bush nennt sich Agamemnon, und anstelle von Massenvernichtungswaffen, die in die falschen Hände geraten sind, liefert hier eine verheiratete Frau, die ihre Bettstatt mit einem anderen teilt, den Vorwand für einen Militärschlag. Wenn das der alte Homer wüsste!

  Willkommen in "Troy", dem neuen Hollywoodstreifen von Wolfgang Petersen, der, wie jeder andere Historienfilm auch, mehr über die Zeit seiner Entstehung als die seiner Handlung erzählt: von der Bedeutung des Geldes (150 Millionen Dollar Budget), der Geopolitik (siehe oben), der Helden und ihres Heldenmutes (Brad Pitt) - wobei ein bisserl Selbstzweifel und bloß rhetorische Kritik an den herrschenden Verhältnissen sich an der Kinokasse in der Regel durchaus bezahlt machen.

  Subtilität zählte noch nie zu Petersens größten Stärken. Schon eher seine Nase für


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