Complete Control

Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 20/04 vom 12.05.2004

FILM Unter dem Titel "Infame Bilder. Im Kino der Kontrollgesellschaft" zeigt das Österreichische Filmmuseum Spiel- und Dokumentarfilme, die darauf schauen, was über uns wacht. 

Als "infame Bilder" sind jene zu verstehen, die uns "im Kino der Kontrollgesellschaft" begegnen; dies gibt der zweiteilige Titel einer Filmreihe zu verstehen. Was aber macht Kinobilder infam? Die Begrifflichkeit im Programmtext legt nahe, wieder mal in Michel Foucaults Text "Das Leben der infamen Menschen" zu blättern. Infam heißen darin jene "Leben" im Frankreich des 18. Jahrhunderts, denen keine "fama" zukommt, kein Ruhm, nichts, was sie der Aufmerksamkeit oder Aufzeichnung wert machen würde; überliefert sind uns diese Leben nur durch das, was von ihrem kurzen "Zusammenstoß mit der Macht" bleibt: durch Schriftverkehr, der ihre Anklage und Verhaftung wegen zumeist lächerlicher Vergehen dokumentiert.

  Die Infamie, die Foucault und dem "Kontroll-Kino" vorschwebt, ist gerade nicht das Skandalon von Schwerverbrechern,


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