Allotria in Lanz bei Linz

Kultur | KLAUS KASTBERGER | aus FALTER 20/04 vom 12.05.2004

LITERATUR Lokalberichterstattung am Rande des Nervenzusammenbruchs : Andreas Webers weitgehend gelungener Roman "Lanz" laboriert an seinem schweren Schluss. 

Es tut sich einiges in der kleinen Stadt Lanz (in der Nähe von Linz): Zwei tote Affen werden gefunden, ein Mädchenmord ereignet sich am gleichen Ort, und schließlich landet auch noch ein verirrter Adler im oberösterreichischen Voralpenland. Grund genug, dass Journalisten über Wochen hinweg ausführlich aus Lanz berichten: Reporter quartieren sich ein, Fotos werden geschossen, gestohlen und ausgetauscht, Anwohner, die naturgemäß nichts wissen oder sagen wollen, befragt. Alles läuft wie im richtigen Leben der Lokalberichterstattung. Lanz füllt die Chronikspalten der Zeitungen, Vermutungen werden angestellt und Gerüchte gestreut. Auf die Story kommt es an und nicht auf die Wahrheit, und notfalls wird sie eben erfunden: die Story, um deren geheime Hintergründe es in "Lanz" geht.

  Andreas Weber, der 1961 geborene oberösterreichische


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