Essen im Darkroom

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 20/04 vom 12.05.2004

NEUES LOKAL Jetzt gibt's auch in Wien ein Dunkelrestaurant: In Mautner's Nachtmahl sehen nur die Kellner, was auf den Tisch kommt.

Das Auge isst nicht mit, im Lokal ist es zappenduster. Die Gäste können nur ahnen, was da vor ihnen auf dem Teller ist. Das Getränk ist auf zwölf Uhr, Besteck auf drei und neun. In Mautner's Nachtmahl sehen nur der Koch und die Kellner, Letztere sind mit Nachtsichtgeräten ausgestattet.

Dunkelrestaurants gibt es in Deutschland schon länger. In Köln und Berlin werden die Gäste von Blinden bedient, und das Ganze hat weniger mit Erlebnisgastronomie zu tun als damit, andere Lebenswelten erfahrbar zu machen.

In Mautner's Nachtmahl bekommen die Gäste Aperitif und Speisekarte im Hellen und können aus vier verschiedenen Menüs wählen: Fisch, Fleisch, Asiatisch und Vegetarisch. Die Speisenfolge bleibt äußerst vage. Was auf der Karte als "launische Tierchen" beschrieben wird, die sich in "aromatischen Nebelschwaden" vergnügen, stellt sich später als Forellenfilet


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