Krise und Korrektur

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 21/04 vom 19.05.2004

AUSLAND Haben die USA in einer ihrer schlimmsten außenpolitischen Krisen die Fähigkeit zur Selbstkorrektur? 

Bei der Vielzahl an schlimmen Enthüllungen dieser Tage trösten sich Amerikafreunde mit den wenigen guten Nachrichten. Selbst unter den weit verbreiteten gesetzlosen Zuständen des Besatzungsregimes im Irak fand ein amerikanischer Soldat die Zivilcourage, die Foltermethoden seiner Kollegen in der Verhörabteilung des Gefängnisses von Abu Ghraib anzuzeigen. Der von einem unbestechlichen Generalmajor erstellte interne Untersuchungsbericht der Armee ist bis heute die am weitesten reichende Zusammenfassung des Systems der Gefangenenmisshandlungen. Und der Megaskandal, den in der Folge die Folterfotos aus dem Irak ausgelöst haben, zeigt, dass die amerikanische Öffentlichkeit nicht bereit ist, Bushs "Krieg gegen den Terrorismus" zu einem offiziellen Begräbnis für die Menschenrechte werden zu lassen.

  Die Geschwindigkeit, mit der die Übergriffe zum politischen Debakel wurden,


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