Gedränge im Knast

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 21/04 vom 19.05.2004

JUSTIZ Weil konservative Richter immer mehr Menschen einsperren, will die Regierung immer mehr Gefängnisse bauen. Die Gesellschaft zahlt die Rechnung. Nun formieren sich liberale Geister gegen Wiens Justizhardliner. Sie zeigen ihnen effizientere und modernere Formen des Strafvollzugs. 

Keine Gnade für Drogendealer? Keine Rede davon. Zumindest nicht im Fall des Fleischhauers Hans Kanter (Name geändert). Der sitzt ziemlich entspannt in Freiheit und sagt: "Jetzt kann ich wieder meine Kinder sehen." Dabei hatte er ein Kilo Haschisch im Bauch, als ihn die Drogenfahnder am Flughafen vors Röntgengerät stellten. Der Richter hat ins Volle gegriffen. Zwei Jahre sollte Kanter für den Schmuggel sitzen. Doch nach eineinhalb Jahren sagte der Aufseher in der Gefängnisfleischerei: "Mach dich nicht mehr dreckig, sie haben dich entlassen."

  Unverantwortlich? Vielleicht würden Hardliner das so sehen. Doch die Justiz hat der Bevölkerung einen guten Dienst erwiesen. Sie ist mit dem Dealer ins Geschäft


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