HÖCHSTRICHTER SCHROLL

"Wir sind auf dem Holzweg"

Politik | aus FALTER 21/04 vom 19.05.2004

Wiens Strafrichter haben den Ruf, besonders konservativ zu sein. Auch in den Strafsenaten der Höchstgerichte, so monieren Kritiker, wehe ein konservativer Wind. Es gibt aber auch Hofräte wie Hans Valentin Schroll: Der Linzer Jurist, ehemalige Uni-Assistent und langjährige Staatsanwalt bei der Generalprokuratur zählt zu den liberalen Vertretern des Obersten Gerichtshofes. Er unterstützt die "Kriminalpolitische Initiative", eine Gruppe von Justizexperten, die bei der zunehmenden Verstopfung österreichischer Gefängnisse nicht länger zusehen will.

Falter: Herr Dr. Schroll, sitzen zu viele Menschen im Gefängnis?

Hans Valentin Schroll: Ja, ein erheblicher Anteil der Untersuchungshäftlinge könnte auch auf freiem Fuß auf das Strafverfahren warten. Es sollte auch mehr bedingte Entlassungen geben. Da besteht ein großes Potenzial, die Gefängnispopulation zu reduzieren.

Woran liegt es, dass diese Leute dennoch sitzen?

Einerseits gibt es viele Straftäter, die durch die neu erworbene Reisefreiheit

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