FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 21/04 vom 19.05.2004

Lange haben wir darauf gewartet, dass die "Sopranos", die großartigste Serie der Welt rund um eine skurrile Mafiafamilie, einen halbwegs würdigen Nachfolger findet. "Six Feet under" hieß unsere Hoffnung auf den Fernsehausnahmefall, der in den USA schon länger erfolgreich läuft - bis wir jetzt den Pilotfilm gesehen haben. Die Idee, eine Familie mit Bestattungsinstitut in ihrem Überlebenskampf am harten amerikanischen Begräbnismarkt zu zeigen, ist schräg. Bloß reicht das nicht aus, wenn die Charaktere nicht viel mehr Tiefgang haben als bei "Dallas" (die tapfere Mutter im Mittelpunkt, um sie herum der verlorene, aber grundgute Sohn, der angepasste, aber heimlich schwule Sohn, das revoltierende Teenagertöchterchen). "Six Feet under" entpuppt sich als öde Möchtegernsatire auf den american way of life und dämliche US-Seifenopern - kommt dabei leider aber auch sehr seifig daher. "Das Ganze erinnert eher an ,Bonanza' und weniger an Sopranos", urteilt Falter-Filmpapst Omasta, hart, aber fair wie immer. Und auch den Amateurcineasten bleibt nur eine Hoffnung: Vielleicht wird's nach dem lahmen Pilot doch noch flotter (Di, Vox, 23.15 Uhr). Tony Soprano wird uns dieser Friedhofs-Clan aber nie ersetzen können.


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