FRANZ FERDINAND UND WIEN

Kein Wort von Köhlermann

Kultur | ROBERT ROTIFER | aus FALTER 21/04 vom 19.05.2004

Das bevorstehende Konzert in der Wiener Arena wird Franz Ferdinands bisher größter Gig als Hauptband sein. Mit etwas Pech hätten sie aber auch in einem kleinen Gürtellokal landen können. Vor zwei Jahren langte nämlich ein Demo der damals noch vertragslosen Band beim üblicherweise auf Auflagen von 500 Stück spezialisierten Wiener Label Angelika Köhlermann ein. Catriona, eine damals in Wien lebende Glasgowerin, war von Label-Betreiber Gerhard Potuznik entdeckt worden, als sie im Prater mit Hans Platzgumer drei Queen-Songs zum Besten gab. Laut Potuznik war es sein Kompagnon Tex Rubinowitz, der Catriona den fiktiven Bandnamen Queen of Japan verlieh. "Sie war früher Mitglied der Gang of Munich', wo auch die Chicks on Speed dabei waren", klärt Potuznik auf. "Dann hat sie drei Jahre in Wien gewohnt. Sie kommt aus Glasgow, ist oft nach Hause gefahren und hat immer irgendwelche Demos mitgebracht."

  Darunter auch eines von Franz Ferdinand, das sich unbeachtet im Plattenhaufen verlor. Aber Angelika Köhlermann war nicht das einzige Label, das Franz Ferdinand die kalte Schulter zeigte. Laut Gitarrist und Keyboarder Nick McCarthy verschickte die Band damals unzählige Demos, "auch an deutsche Labels wie Kitty-Yo und Gomma Records. Aber wir bekamen nie eine Antwort." Manager Cerne Canning hörte schließlich von den Glasgower Chateau-Happenings der Band und fädelte den Deal mit Domino Records ein.

  "Ich hab mir das Demo mittlerweile angehört und bin sicher, dass wir die CD rausgebracht hätten", sagt Gerhard Potuznik heute: "Ob Franz Ferdinand dann jemals so berühmt geworden wären, sei dahingestellt ..."


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