Gemeine Verhaltensforscher

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 21/04 vom 19.05.2004

FESTWOCHEN THEATER Schlechte Witze, gute Geschichten: Das ist seit zwanzig Jahren das Erfolgsrezept der englischen Performancegruppe Forced Entertainment. Zum Geburtstag gibt's "Bloody Mess". 

Es fängt ganz harmlos an, entgleitet aber binnen kürzester Zeit dermaßen, dass einem angst und bange werden könnte - wäre die Situation nicht gleichzeitig so gnadenlos komisch. In fast jeder Produktion von Forced Entertainment gibt es einen solchen Moment. In "Bloody Mess", der neuesten Arbeit des Kollektivs aus dem englischen Sheffield, steht nach ziemlich viel Aktion und Chaos auf einmal der Wunsch nach Stille im Raum.

  Die Frage ist jetzt nur noch: welche Stille? In einer langen Szene steigern sich zwei Performer (beide nackt, nur mit einem silbernen Stern aus Pappe als "Schutzschild", weil sie zuvor den Urknall nachgespielt haben) in das Thema hinein: Die Stille, wenn ein Baby endlich zu schreien aufhört? Okay, schön. Die Stille, wenn man beim TV-Zappen den Mute-Knopf erwischt? Okay,


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