Was Arendt nicht ahnte

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 21/04 vom 19.05.2004

LITERATUR Der Piper Verlag feiert seinen hundertsten Geburtstag - unter anderem mit einer Chronik, die auch die Schattenseiten der Verlagsgeschichte nicht verschweigt. 

Am 14. Mai 1904 gründete der damals 24-jährige Buchhändler Reinhard Piper (1879-1953) den Verlag R. Piper & Co. Der Familienverlag, der damals auf dem Humus der Schwabinger Boheme im an sich antimodernistischen und konservativen München gedieh, ist mittlerweile - wie so viele deutsche Verlage im letzten Jahrzehnt - unter den Mantel eines Medienkonzerns geschlüpft. "Verlage überdauern selten ein Jahrhundert", meinte der Verlagsgründer skeptisch - und behielt Unrecht, aber auch nicht ganz. Kurz nach seinem neunzigsten Geburtstag wurde der vom Vater an seinen Sohn Klaus übergebene Verlag von diesem "ohne Rücksicht auf den Sohn und designierten Nachfolger (Ernst Reinhard Piper, Anm. d. Red.) verkauft" - wie Edda Ziegler in ihrer soeben erschienenen Chronik "100 Jahre Piper" schreibt -, und zwar an die schwedische Bonnier


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