Da bebt der Billardtisch!

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 21/04 vom 19.05.2004

LITERATUR Sándor Márais Roman "Die Nacht vor der Scheidung" zeichnet die Erschütterungen einer Epoche und einer Psyche auf. 

Wenn der Piper-Verlag sein Jubiläumsprogramm zum hundertsten Geburtstag (siehe Seite 65) unter anderem mit der Neuauflage von Sándor Márais Roman "Die Nacht vor der Scheidung" feiert, dann hat er gute Gründe dafür: Der im (heute slowakischen) Kaschau geborene und nach seiner Emigration in die USA in Vergessenheit geratene Ungar (1900-1989) war eine der spektakulären Wiederentdeckungen des Verlags. Begonnen hatte sie vor fünf Jahren mit dem 1942 erstmals erschienenen Roman "Die Glut", dem mittlerweile ein Dutzend andere Márai-Titel gefolgt sind.

  "Die Nacht vor der Scheidung", 1935 im Original und 1951 erstmals in deutscher Übersetzung erschienen, erinnert schon von der Konstellation her an "Die Glut": Zwei ehemals befreundete Herren von sozial sehr unterschiedlicher Abkunft treffen sich und versuchen, Licht in ein Dreiecksverhältnis zu bringen - wobei


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