Ohne Mehl und Eier

NICOLE SCHEYERER | Kultur | aus FALTER 21/04 vom 19.05.2004

KUNST Schon als Kind kannte Carola Dertnig die Wiener Kunstszene. Nun beschäftigt sie sich mit dem Geschlechterverhältnis im Wiener Aktionismus. 

Carola Dertnig hatte in ihrer Kindheit einen beneidenswerten Spielplatz: Jeden Samstag tummelte sie sich mit Kindern befreundeter Künstler im Vanilla, dem Lokal ihrer Mutter. "Wir haben dort Häuser aus den Styroporhockern gebaut", erinnert sich die 1963 geborene Wienerin. Das mythenumwobene Vanilla war von 1970 bis 1974 der wichtigste Treffpunkt für die hiesige Kunstszene. Dertnig erlebte in dieser Zeit zahlreiche Performances und Happenings mit, deren Bedeutung sie aber erst Jahre später verstand. "Da steht man mit einem Stück Torte, und danach kommt man ins Fernsehen", erzählt sie etwa von der legendären Mondlandungsparty der Architekten Haus-Rucker-Co. "Das Wort Kunst' stand immer im Raum."

  Ihre damalige bunte "Patchworkfamily" aus Wiener Kulturmenschen hat Dertnig nachhaltig geprägt. "Ich wurde oft fotografiert", erzählt sie.

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