Platz da!

Stadtleben | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 21/04 vom 19.05.2004

ÖFFENTLICHER RAUM Aktivisten gegen Wirte, Künstler gegen Werber: Auf Wiens Straßen und Plätzen wird um jeden Zentimeter gekämpft. Werden die öffentlichen Räume vom allgemeinen Trend der Privatisierung aufgefressen? 

Zwei Kaffeehausstühle oder drei Demonstranten. Eine Verkehrstafel und zwei Plakatständer. Ein Rednerpult oder ein Denkmal. Vier Marathonläufer, zwei Touristen, der Infostand einer Bürgerinitiative. Auf einem Quadratmeter Stadt hat Verschiedenes Platz. Zeitungsverkäufer, Missionare, Straßenmusiker, Demonstranten, Flaneure oder Straßenhändler bilden das für die europäische Stadt typische Szenario: Die Piazza, der Boulevard, der Campo oder allgemein der öffentliche Raum stehen für das pulsierende Leben in einer weltoffenen Stadt. Ein Rundgang durch das Wiener Stadtzentrum bietet jedoch ein Bild, das von diesem Idealtypus bürgerlicher Öffentlichkeit erheblich abweicht. Der Spaziergänger muss riesige Gastgärten umrunden; der Luftraum ist von einem Dickicht


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