TIER DER WOCHE

Kakophonie

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 21/04 vom 19.05.2004

Der Wackeldackel ist tot. Es lebe die Stauente!" Das wünscht sich zumindest ein Online-Shop, der eine Art Mutation des nickenden Hundes für die Heckablage im Auto anbietet. Während man das um Realismus bemühte Original noch als nutzloses Artefakt einer Wiederaufbaugeneration interpretieren kann, bemüht sich der Stauentenhersteller, das Sinnlose mit dem Überflüssigen zu verbinden, indem man in ethisch bedenklicher Weise einen Wackeldackel mit dem gehäkelten Überzug einer Klopapierrolle gekreuzt hat. Beide bewohnen zwar oft dasselbe Biotop, doch die Neukreation ist - selbst nach Berücksichtigung aller journalistischen Fairnessgebote - ein dysplastisches und völlig charmefreies Objekt geworden. In dieser Stauente kann man dann nicht nur die besagte Klopapierrolle (Körper), sondern auch Feuchttücher (Schnabel) vor den lüsternen Blicken anderer Autofahrer verbergen. Da aber bekanntlich 93 Prozent aller Autofahrten kürzer als 30 Kilometer sind, stellt sich die berechtigte Frage,


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