F*** the Magna Charta!

Vorwort | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 22/04 vom 26.05.2004

KOMMENTAR Die Folter irakischer Häftlinge ist kein "unamerikanischer" Exzess, sondern hat allem Anschein nach System. 

"Letztendlich kann jeder gebrochen werden", erklärt der amerikanische Präsident, als er darüber informiert wird, dass der mit seiner Zustimmung gefolterte Informant darauf trainiert ist, die Qualen zu ertragen. Der mit Elektroschocks misshandelte Mann ist allerdings kein irakischer Häftling, sondern Chef der National Security Agency. Wir befinden uns also nicht in der schmutzigen, durch die tagtäglich einlangenden Enthüllungen immer schärfer konturierten Wirklichkeit von Abu Ghraib, sondern in der TV-Serie "24", deren zweite Staffel soeben ihr ORF-Finale erlebt hat.

"Gebrochen" werden die Häftlinge in dem mittlerweile berüchtigten Block 1A von Abu Ghraib nicht, schon gar nicht "gefoltert" - im geheimdienstlichen Jargon ist von "softening up" die Rede, also davon, jemanden "weich" zu machen. Als die Fotos mit den nackt aufeinander getürmten oder an der Hundeleine


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