Gauklers letzter Trick

Vorwort | BERND DÖRLER | aus FALTER 22/04 vom 26.05.2004

AUSLAND Wie ein Hasardeur setzte Tony Blair im Irak-Feldzug mit den US-Verbündeten alles auf eine Karte. Jetzt hat er ausgespielt. 

Kennen Sie den? Gerne erzählte Tony Blair seine Lieblingsschnurre über Männerfreund George W. Bush. Der habe ihn im Weißen Haus einmal vertraulich zur Seite genommen und geraunt, wie blöd der Franzose als solcher sei. Denn: "Die haben in ihrer Sprache ja nicht einmal ein eigenes Wort für entrepreneur."

  Das waren herrliche Zeiten, als der britische Premier seine europäischen Amtskollegen mit Insiderscherzen über die texanische Dumpfbacke erheiterte. Der Irak-Feldzug war noch weit weg, und Blair stand im Zenit seiner Karriere. Alles, was er anpackte, schien zu gelingen. Die Times rätselte schon ehrfürchtig, ob "Tony auch über Wasser gehen könne".

  Anthony Charles Lynton Blair galt als Darling der europäischen Sozialdemokraten, beneidet um seine komfortable Parlamentsmehrheit im Londoner Unterhaus, eine erbarmungswürdig-hilflose Opposition


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