Und jetzt die Türkei!

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 22/04 vom 26.05.2004

EUROPA Ende des Jahres entscheidet die EU über Beitrittsgespräche mit der Türkei. Hierzulande herrscht lagerübergreifender Kleinmut. Schlägt Europa dem modernsten moslemischen Land die Türen vor der Nase zu, vergibt es eine große Chance - und wird überdies wortbrüchig. 

Seitdem die Folterbilder aus dem Gefängnis Abu Ghraib in Bagdad aufgetaucht sind, ist der Satz wohl tausend Mal geschrieben worden: eine bessere Werbung für El-Kaida ist kaum vorstellbar.

  Die Propagandisten des antiwestlichen Furors in der westlichen Welt brauchen sich auch sonst um Beihilfe ihrer Gegner nicht zu sorgen. In Österreich beispielsweise sprechen sich alle vier Parlamentsparteien gegen die Aufnahme von EU-Beitrittsgesprächen mit der Türkei aus (siehe Kasten Seite 14). Da wird die Größe, die Unterentwicklung, die autoritäre Tradition des Landes ins Treffen geführt, Abendland gegen Morgenland in Stellung gebracht, die kulturelle Differenz zwischen christlich geprägtem Europa und der islamischen


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