"Alle wussten Bescheid"

Politik | NINA HORACZEK | aus FALTER 22/04 vom 26.05.2004

AFFÄRE Lange vor dem Saliera-Raub wurde die Leitung des Museums über Sicherheitsmängeln informiert. Ein Wächter erhebt nun schwere Vorwürfe. 

Alarm wegdrücken. "Das ist das Erste, was Sicherheitsbedienstete im Kunsthistorischen Museum lernen. Sonst hätten wir ja dauernd die Polizei dort gehabt", sagt Franz Weber*, der jahrelang im Museum arbeitete. Auch in der Nacht des Saliera-Raubes hatte er Dienst.

  Im Falter-Gespräch wehrt sich Weber gegen den Vorwurf, "menschliches Versagen" des Sicherheitspersonals hätte den Millionendiebstahl ermöglicht. Im Schnitt zweieinhalb Mal täglich gab es in den Wochen vor dem Einbruch am 11. Mai 2003 einen Fehlalarm.

  In jener Nacht, in der das goldene Salzfässchen gestohlen wurde, klingelte der Alarm bloß einmal. Als kein weiterer Bewegungsmelder anschlug, gingen die Nachtwächter von einem üblichen Fehlalarm aus. Dass das Sicherheitssystem im Museum massive Mängel aufweist, sei kein Geheimnis gewesen, meint Weber: "Ich bin sicher, alle


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige