FILMARCHIV NEU

"Depot legal" wär optimal

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 22/04 vom 26.05.2004

Film ist ein teurer Spaß, das gilt für seine Produktion wie auch für seine Pflege und Lagerung. Im internationalen Vergleich handelt es sich bei dem neu (zu-)gebauten Zentralfilmarchiv, das in Hinkunft die sensibleren Materialien der zuletzt über halb Wien und Niederösterreich verteilten Bestände des Filmarchivs Austria beherbergen wird, allerdings um ein Schnäppchen: 600.000 Euro kamen vom Bund, 500.000 aus Niederösterreich. Der ideelle Wert des Lagerguts freilich beträgt ein Vielfaches; so günstig wird Kulturpolitik nur selten gemacht.

  Mit der Errichtung des Gebäudes allein ist es freilich noch nicht getan. Ernst Kieninger, der Geschäftsführer des Filmarchivs, setzt auf die Idee eines "Depot legal", und das bedeutet im Optimalfall: Negativ und/oder Kopie eines jeden heimischen Films wandert, wie bei der Nationalbibliothek, verpflichtend ins Kühlregal. Mit dem am 25. Mai im Beisein lokaler Politprominenz eröffneten Zentralfilmarchiv sind nun fürs Erste immerhin die technischen Voraussetzungen zur Realisierung einer solchen Lösung erfüllt.


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