NÜCHTERN BETRACHTET

O Daughter, Where Art Thou?

Kultur, FALTER 22/04 vom 26.05.2004

Eines Tages wird meine Tochter einen Equilibristen aus Erewan heiraten, sich einer veganen Separatistenorganisation anschließen, das Erste nomadische antiimperialistische Marionettentheater (ENAM) gründen, die Errichtung eines Zentrums für stationäres antiimperialistisches Marionettentheater (ZESAM) fordern und Intendantin für antiimperialistisches Marionettentheater in Bruck an der Mur (IFAMIBAM) werden. In Wirklichkeit wird meine Tochter natürlich irgendetwas anderes anstellen, womit ich als Vater nicht so ganz einverstanden bin - erwachsen werden zum Beispiel. Und natürlich werde ich dann in offiziellen Memoranda erklären, dass dieser Ausgang aus der fremd verschuldeten Unmündigkeit Anlass zur Freude ist, aber ich werde mir das alles selbst nicht glauben. Noch aber sind die Erfahrungen, die gesammelt werden (müssen), denen des Vaters zumindest vergleichbar. Lange Jahre weitgehend erfolgloser musikpädagogischer Anstrengungen hatten auch mich seinerzeit auf die Bühne des großen

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