WELTKULTURFEST IM BÖHMISCHEN PRATER

Kick Racism, get the Rembétika

Stadtleben | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 22/04 vom 26.05.2004

Die Wiener Idylle des Böhmischen Praters als Bühne für die Welt - na ja: fast. Zum zweiten Mal findet am verlängerten Pfingstwochenende das Weltkulturfest in Favoriten statt, und Hauptschauplatz wird dabei wieder der "kleine und ärmliche Bruder des Wurstelpraters" sein. Das Programm verspricht freilich, alles andere als ärmlich zu werden: Auf zwei Bühnen präsentieren insgesamt 17 Ensembles Musik aus so unterschiedlichen Ländern wie der Türkei, Südafrika, Ungarn und Uganda, Bolivien, Irak, Kuba oder Griechenland.

  Die Eröffnung (Samstag, 29.5., 18.30 Uhr) gestaltet die Ndere Troupe aus Uganda, die in ihrer Heimat ein flächendeckendes Netzwerk von über 1300 Theater- und Musikgruppen betreibt, mit denen politische und soziale Themen wie Aidsaufklärung, Korruption oder Gesundheitsvorsorge noch in die entlegensten Winkel des Landes am Äquator getragen werden. Dabei hat die Ndere Troupe auch geholfen, die verschiedenen traditionellen Kulturen Ugandas zu bewahren. Authentischer wird man diese mitreißenden Tänze und rhythmisch packenden Gesänge außerhalb Afrikas also kaum erleben können.

  Musik gemacht wird allerdings schon vor der offiziellen Eröffnung. Ab 15 Uhr spielen u.a. das Mansur Bildik Ensemble aus der Türkei und die irakisch-österreichische Gruppe Thilges 3. Den Samstagabend beschließt Habib Koité, der traditionelle Rhythmen und Instrumente aus Mali mit westlichen Stilen kombiniert und damit in Afrika bereits zum Superstar avancierte.

  Der Sonntag schließlich bringt neben Mahmoud Fadl & The Master Drummers of the Nile aus Ägypten und dem Transsylvanian Dancehouse aus Ungarn auch die Sängerin Maryo in den Böhmischen Prater, die mit ihrer Gruppe die griechische Spielart des Blues, den Rembétika, vorstellt. Im Rahmenprogramm gibt's zahlreiche Workshops, Straßenkonzerte in Favoriten und einen Fußballwettbewerb unter dem Motto "Kick Racism". Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Information: www.movingcultures.com


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