Blut & Beuschel

JULIA ORTNER | Stadtleben | aus FALTER 22/04 vom 26.05.2004

PUPPENTHEATER Henker, Maria Theresia oder Jesus in Polyäthylen: Die Historyworld Vienna füllt die Katakomben des Heiligenkreuzerhofs mit einem eigenartigen Sammelsurium abendländischer Pseudohistorie. 

Wiener Blut" knallt einem schon am Eingang entgegen. Sehr verheißungsvoll, also stolze 12,50 Euro hinlegen und rein in die Gruft. Begleitet von finsteren Mönchschorälen stolpert man unten in den Katakomben quasi gleich über Richard Löwenherz, der bleich im Häfen sitzt. "Die erste dokumentierte Erpressung" steht auf dem Taferl daneben, damit der Besucher auch was lernt. Verbrechen gleich am Eingang, das zieht rein. Blut, Beuschel, Habsburger und andere irgendwie berühmte Leute - so stellen sich die Köpfe hinter dem Infotainmentland "eine fantasievolle Zeitreise durch die österreichische Geschichte" vor, wie sie bei der ersten Präsentation des Projekts vor zwei Jahren erklärten.

  Damals war die Historyworld Vienna, flotter Untertitel "Wiener Blut", ein echter Aufreger in der

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