PHETTBERGS PREDIGTDIENST

2.-klassige Angestelltys schaffen!

Stadtleben | aus FALTER 22/04 vom 26.05.2004

Paulus ... fragte sie: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie antworteten ihm: Wir haben noch nicht einmal gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt ...

Apg 19,1b-6a (1. Lesung am Pfingstmontag im Lesejahr C)

Köhler, der designierte deutsche Bundespräsident, forderte nach seiner Wahl, dass Deutschland eine Nation der Ideen werden solle, und hatte dann doch nur die Idee, dass sie Kinder kriegen sollen dorten.

  Und da hatte ich schon zwei oder drei Wochen, bevor Köhler Deutschland dazu aufrief, hier in Österreich die große Idee: Das Finanzministerium hat ja jeden Tag einen Einlauf von Geld, zum Beispiel dadurch, dass Leute Steuern einzahlen, und da sitzt schon der Finanzminister, um noch am selben Tag die nötigsten Zahlungen zu tätigen. Da, hätte ich mir gedacht, sollte dieses Geld, so für ein Monat, Zwischenverwendung finden, indem das Institut des "zweitklassigen Angestelltys" geschaffen wird. Diese Leute sind arbeitslos oder bereits in die Sozialhilfe abgerutscht und sollen dies auch bleiben, damit alle Sozialversicherungen haben wie bisher. Aber zusätzlich einen glatten Tausender im Monat kriegen, bar auf die Hand geknallt, und dafür eben mich aus meinem Suchtsumpf befreien oder Greisys in Kino und Nachtkonditorei geleiten, eventuell am Klo dort (was wiederum die Bauindustrie beschäftigen könnte, größere Toiletten in Nachtkonditoreien zu bauen) die Windeln zu wechseln.

  Das Finanzministerium soll also das eingelangte Geld einen Monat zwischenfrieren und diese "zweitklassigen Angestelltys" finanzieren. Den zusätzlichen Tausender aber dürften sie, dazu müssten sie sich verpflichten, keine Minute ruhen zu lassen, sondern absolut und akkurat auf der Stelle ausgeben, also beim Fenster hinausschmeißen, denn wir haben gelernt, dass das Geld ausgegeben gehört. So habe ich keinen einzigen Cent irgendwo liegen. Bin finanziell aufgearbeitet wie eine Kirchenmaus. Mir kann die Wirtschaft nicht vorwerfen, dass ich ihr was vorenthielte. Überhaupt sind die Suchtkranken die Motoren der Wirtschaft. Ein trockener Mensch, dem's knapp wird gegen Monatsende, kauft sich ein Kilo Brot und ein Packerl Gorgonzola und taucht die letzten Wochen durch.

Die ungekürzte Version des "Predigtdienstes" ist über www.falter.at zu abonnieren.


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