VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 23/04 vom 02.06.2004

Zur Erinnerung: Franz Schuh hatte den Rennerpreisträger und Ex-profil-Journalisten Gerhard Mayer interviewt, weil dieser in seinem Buch "zwischen den Zeilen" über den bei profil üblichen Magazinjournalismus ausgepackt hatte. profil-Herausgeber Peter-Michael Lingens hatte versucht, das Erscheinen des Interviews zu verhindern, weil er fürchtete, persönlich attackiert zu werden. Schuh aber ging es nicht darum, sondern um das Funktionieren von Magazinjournalismus.

  Anfangs, sagte Mayer, habe er geglaubt, "der eigentliche Zweck des Journalismus rechtfertige die Prostitution des Journalismus", aber "in der Praxis verselbständigen sich die angewandten Methoden, auch die Sprache übrigens, und geraten außer Kontrolle. Jeder, der da drinnen mehr als zwei, drei Jahre schreibt, ist nicht mehr ganz Herr seiner Sprache." Lingens, der Chef, bringe eine "neurotisch-neurotisierende Strategie" in die Redaktion ein. Schuh fragte, warum es dagegen in der Redaktion keine spontanen Revolten gebe. "Ich

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