Kampf um die Wahrheit

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 23/04 vom 02.06.2004

AUSLAND Amerikanische Zeitungen müssen sich dieser Tage häufig entschuldigen. Kommt die Selbstkritik zu spät? 

Bei USA Today, der meistverbreiteten Tageszeitung des Landes, musste der Chefredakteur gehen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Zeitung jahrelang erfundene Berichte ihres Starreporters Jack Kelley veröffentlichte. Die stolze New York Times quälte sich monatelang mit den aufgeflogenen Fälschungen des jungen Starreporters Jayson Blair. Howell Raines, der autoritäre Chefredakteur, dessen aggressiver Stil das Traditionsblatt konkurrenzfähiger machen sollte, nahm den Hut. Zuletzt folgte eine höchst ungewöhnliche Selbstkritik des Weltblattes zur unkritischen Berichterstattung über die angeblichen Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins vor dem Irakkrieg.

  Wenn sie tagtäglich Fehler und Schwächen in der Irakpolitik der Regierung anprangern, dann müssen sie das auch in Bezug auf die eigene Berichterstattung tun, begründen die New York Times-Bosse ihren ungewöhnlichen


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