Doppelt gestraft

Politik | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 23/04 vom 02.06.2004

UNI Studierende aus armen Ländern zahlten bisher keine Gebühren. Nun sind die Unis selbst dafür zuständig, und manche verlangen gleich das Doppelte. 

Mit armenischen Dramen kommt man in Österreich nicht weit. Es hätte daher keinen Sinn, wenn Anahit Hakobyans Eltern ihr Geld überwiesen. Abgesehen davon haben diese ohnehin keinen Dram, so heißt die Währung der ehemaligen sowjetischen Teilrepublik, übrig, müssen sie doch noch zwei jüngere Kinder ernähren.

  Die älteste Tochter ist so begabt, dass man sie ins ferne Wien schickte, Violine zu studieren. Die 23-Jährige darf offiziell nicht arbeiten, manchmal bekommt sie aber Geld für einen Auftritt. Davon kann sie immerhin ihr Zimmer im Studentenheim, das sie mit zwei anderen teilt, bezahlen. Als Ausländerin zahlte Hakobyan zwar immer die doppelte Unigebühr von 727 Euro, bekam das Geld wie alle anderen Studenten aus armen Ländern - von Afghanistan über Bulgarien bis zur Zentralafrikanischen Republik - auf Antrag aber stets


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