SLOTERDIJKS OPUS MAGNUM

Schäume im Weltraum

Kultur | aus FALTER 23/04 vom 02.06.2004

An Aperçus zu allen möglichen Themen herrscht auf den rund 900 Seiten der "Schäume" wahrlich kein Mangel. Über die sexuelle Selbstgenügsamkeit heißt es unter anderem: "Am Onanieüberdruss findet die autokongratulatorische Lebensform ihre Grenze." Aus raumfahrttechnischer Literatur wiederum gehe hervor, "dass die Russen die ferneren Schicksale des Astronautenkots dem Kosmos anvertrauen, während die US-Amerikaner die Ausscheidungen der Ihren vom All auf die Erde mitnehmen". Und nicht nur nebenbei ist von der herrschenden "Merdokratie" die Rede. Doch nicht nur der Begriffsjongleur Peter Sloterdijk präsentiert sich im vorläufig abschließenden Band der "Sphären"-Trilogie in Bestform. Auch als Theorieakrobat und provokanter Gesellschaftskritiker erweist er sich auf der Höhe der Zeit.

  Insgesamt läuft das Sphärenprojekt auf den Versuch hinaus, die Menschheitsgeschichte im Hinblick auf ihre vielfältigen Raumbildungsprozesse zu rekonstruieren und daraus eine neue philosophische


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