STADTRAND

Wie denn, Wieden?

Stadtleben | aus FALTER 23/04 vom 02.06.2004

Gibt's doch gar nicht: In der Wiener Bezirkszeitung schlägt der Wiedner Vizebezirksvorsteher vor, "statt Geld in Radwege zu investieren, den verhinderten Radlern Taxigutscheine zu spendieren". Damit, witzelt der Vize weiter, würde die Stadt "sich und den Autofahrern viel ersparen". Wie denn, Wieden? "Verhinderte Radler" bekommt man doch erst, indem man ihnen keine Radwege baut und ihnen das Leben auf zwei Rädern anderweitig schwer macht. Zum Beispiel, indem man den Radweg am Donaukanal mir nichts, dir nichts für fünf (!) Jahre wegen U2-Verlängerung ersatzlos sperrt. Lustige Vorstellung: Die Tangente wird jetzt mal eben so für ein paar Jährchen gesperrt - fahren Sie doch bitte einstweilen woanders, liebe Autofahrer, wir wissen auch nicht wo. Wo bitte bleibt die Fly-over-Lösung für Radler? Doch zurück zum lustigen Wieden-Vize, der "verhinderten Radfahrern" Gutscheine fürs Taxi schenken möchte: Radler brauchen keine Taxigutscheine. Sie verzichten nämlich in der Regel nicht darum aufs Auto, weil sie es sich nicht leisten könnten, sondern weil sie was für sich und die Umwelt tun wollen. Und weil man mit dem Radl im Stadtverkehr meist viel schneller vorankommt - wenn nicht gerade verhinderte Bezirkskaiser unterwegs sind, die glauben, den Wiener Radverkehr ausbremsen zu müssen. C. W.


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