Aus der Warteschleife

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 23/04 vom 02.06.2004

EXPEDITIONEN Im Tanzquartier geht es diesen Sommer ums Reisen. Die Performerin Barbara Kraus hat mit fünf Frauen im Lager Traiskirchen gearbeitet. 

Ständig bekommt man via Medien die Geschichten von Flüchtlingen mit, von Lagern, die geschlossen werden, von Aufnahmestopps. Wer nicht das Schicksal der Betroffenen teilt, für den hat das alles keine weiteren Konsequenzen: Bei einen Ohr rein, beim anderen wieder heraus. Barbara Kraus, Soloperformerin und Choreografin, war das zu wenig. Sie machte sich mit der Badner Bahn auf den Weg ins Flüchtlingslager Traiskirchen, sah sich dort im - von der Hilfsorganisation SOS Menschenrechte betreuten - Haus 9 und dem so genannten "Frauenhaus" um, sprach mit Bewohnerinnen und fand fünf junge Frauen, die ihr von ihrem Leben, ihrer Flucht und ihrem Alltag im Lager erzählten. "Ich bin nach Stunden wieder nach Hause gefahren mit dem Gefühl, das künstlerisch zu verwerten, auch weil mich die Geschichten so berührt haben. Aber ich wollte unbedingt vermeiden,

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