FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 24/04 vom 09.06.2004

Undankbar, diese Ösi-Tante. Kaum musste Arabella Kiesbauer jetzt nach 2700 "Arabellas" ihre Pro-7-Talksendung aufgeben, weil sich kein Schwein mehr für das nachmittägliche Gequatsche über Transensex und Brustimplantate interessiert, biss sie in einem News-Interview fest in die Hand, die sie lange gut gefüttert hat. Kiesbauer, von der Bild deswegen "Fiesbauer" getauft, jammert über den "Werte- und Sittenverfall" in Deutschland, vor allem im dortigen Fernsehen: "Man hat mittlerweile das Gefühl, da wird Fernsehen gemacht nach dem Motto: Produziert Scheiße, eine Milliarde Fliegen können nicht irren." die Königin des Anstands, die sich nur zweimal für Heteromännermagazine nackig gemacht hat, mühte sich zehn Jahre lang mit niveauvoller Unterhaltung ab und führte fröhlich alle vor: Die Verzweifelten, die Hässlichen, die Gehörnten, die Ungewollten, die Betrogenen, die Freaks, die Peinlichen. Pro 7 hat Kiesbauer nach ihrem Moralischen rausgeworfen. Schön blöd - aber auch schlau, dass sich Kiesbauer gleich bei den Ösi-Unterhaltungsmenschen eingeschleimt hat. "Die Österreicher sind mehr Herzensmenschen (...) - das wirkt sich auch auf die Fernsehqualität aus." Willkommen daheim, Frau Fiesbauer!


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