"Das ist verdammte Hacke!"

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 24/04 vom 09.06.2004

FESTWOCHEN THEATER Voss und Ibsen statt Shoppen und Ficken: Thomas Ostermeier inszeniert "Baumeister Solness" im Akademietheater. Gehört der Regisseur mit Mitte dreißig schon zum alten Eisen? 

Am Schluss knallt's. Nora Helmer, die Titelheldin aus Henrik Ibsens Emanzipationsklassiker "Nora", begnügt sich diesmal nicht damit, ihren Mann am Ende des Stücks zu verlassen; sie greift zum Revolver und ballert den Gatten nieder. Ein spektakulärer Regieeinfall, der unlängst auch beim Publikum der Wiener Festwochen Furore machte und für Diskussionen sorgte. Frage an den Regisseur: Musste das sein? "Unbedingt musste das sein", sagt Thomas Ostermeier. "Dass man so viel darüber redet, ist doch der beste Beweis dafür." Er habe nach etwas gesucht, was heute als ähnlich schockierend empfunden wird wie vor mehr als hundert Jahren eine Frau, die ihren Mann verlässt. "Als ich dann diesen radikalen Schluss vorgeschlagen habe, waren die Schauspieler von der Idee begeistert. Anne Tismer (die Darstellerin


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