Subversive Sekretärin

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 24/04 vom 09.06.2004

FILM Mann schlägt Frau, sie in die Tasten: In "Secretary" beweisen Maggie Gyllenhaal und James Spader, dass die romantische Sadomasokomödie möglich ist. 

Das gute alte Klischee der Sekretärin: Fräulein Rehbein, Miss Moneypenny, Frau Knackal und wie sie alle heißen. Ob sie nun von vornherein als Karikatur angelegt sind oder nicht, gemeinsam ist ihnen allen die Definition der eigenen Stellung durch die andere, mächtigere, die männliche Position. Eine Sekretärin ohne Chef ist keine Sekretärin. So einfach ist das.

  Auch durch mediale Querschläger wie Ally McBeal, ihres Zeichens weibliche Chefin einer Sekretärin, wird sich das jahrzehntelang durch Herrenwitze zementierte Mustermodell weiblicher Unterwerfung so schnell nicht aus den Köpfen vertreiben lassen.

  Aber wozu auch? Weit spannender als der semiliberale Geschlechterrollentausch kann die Subversion des Berufsbildes "Sekretärin" durch dessen Überaffirmation sein. Das beweist der New Yorker Regisseur Steven Shainberg


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige