Triebe, Tod, Toronto

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 24/04 vom 09.06.2004

FILM Anlässlich einer Retrospektive seines Schaffens ist der kanadische Experimentalfilmer Mike Hoolboom demnächst zu Gast in Wien. 

Hinter dem Lenkrad bist du ein König Midas - alles, was du berührst, verwandelt sich in Toronto." "Du" ist das Publikum, er, der Mann am Steuer, ist der Reiseleiter einer guided tour durch eine Seelenlandschaft aus Begehren, Sex, Erinnerungen und einer emphatisch gelebten Beziehung zum Tod.

  Szenen, Sätze, Augenblicke aus "Mexico" (1992), einem etwa halbstündigen Filmessay des kanadischen Filmemachers, Autors und Kurators Mike Hoolboom. Ein stimmiges Beispiel für jenen Tonfall, den Hoolbooms Filme nach einem als "wüst" beschriebenen Frühwerk Anfang der Neunzigerjahre angenommen haben: impressionistisch angelegte Reiseerzählungen, stark literarisch geprägte Meditationen über nationale und sexuelle Identität, über Orte, Freunde und die Unausweichlichkeit des körperlichen Verfalls. Und immer wieder Toronto, Hoolbooms Heimatstadt, als Chiffre


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