Mehr Clown als Diva

Kultur | BIRGIT LEHNER | aus FALTER 24/04 vom 09.06.2004

MUSIK Die wunderbare Chanteuse Mouron ist beim Queer-Festival "Wien ist andersrum" mit zwei Programmen zu erleben. Porträt einer großen kleinen Künstlerin. 

Wenn sie den Mund öffnet, schwingt sich ihre Stimme leicht wie ein Vogel in die Weite, flattert und erstirbt wie ein zärtlicher Windhauch. Oder sie posaunt alles Pathos der Welt hinaus. Immer nimmt die Emotion den direkten Weg, die Luftlinie von Herz zu Herz sozusagen. Wenn sie von der Flüchtigkeit des Glücks singt, von verlorener Liebe oder der verstorbenen Großmutter, dann ist man mit dem Tod versöhnt, dann ist man in die Traurigkeit verliebt. Mit der legendären Edith Piaf wird sie nicht erst verglichen, seit sie ihr Anfang der Neunzigerjahre für eine Fernsehproduktion die Stimme lieh.

  "Da steht diese kleine Person und singt. Man versteht kein Wort, weil alles Französisch. Und doch laufen einem die Gänsehäute kreuz und quer." Die Berliner Diseuse Georgette Dee war so beeindruckt, dass sie Mouron zwei Wochen nach


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