"Das Knie war schlauer"

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 24/04 vom 09.06.2004

FUSSBALL Der Kulturwissenschaftler Klaus Theweleit hat ein Buch über die wichtigste Sache der Welt geschrieben. Vor Beginn der Fußball-EM in Portugal erklärt er dem "Falter", warum Fußball digital wurde und Oliver Kahn danebengreifen wird. 

Als Autor von Büchern über den "Körper des soldatischen Mannes", so lautet der Untertitel seiner Dissertation, ist Klaus Theweleit oft gefragt worden, ob Fußball nicht eine Art Militärersatz sei. Die Antwort des 1942 in Ostpreußen geborenen Fußballfans fällt, wie es sich für einen Pychohistoriker gehört, ambivalent aus: "Wenn die einen sagen, Fußball militarisiere, kann mit gleichem Recht geantwortet werden, Fußball zivilisiere kriegerische Potenziale." Heute lebt Theweleit als freier Schriftsteller und Lehrbeauftragter an verschiedenen Universitäten in Freiburg. Seine bekanntesten Bücher sind "Männerphantasien" (1977/78), "Buch der Könige" (1988 und 1994), "Objektwahl" (1990), "Ghosts" (1998) und der "Der Pocahontas-Komplex" (1999).

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