Die erste Wahl...

Vorwort | FLORIAN KLENK | aus FALTER 25/04 vom 16.06.2004

Die erste Wahl

KOMMENTAR Ehemalige Erzfeinde haben ein gemeinsames Parlament gewählt. Weiter so, ihr guten Eurokraten! 

Europa gibt es nicht!", behauptet der Philosoph Konrad Paul Liessmann. "Armes Europa!", schreibt die Zeit. "Proteststürme treffen die EU!", konstatiert der Herald Tribune. Wohin man schaut: Pessimisten und Miesepeter. Nicht einmal Hans-Peter Martin serviert noch Champagner, weil er bescheiden sein will. Das Gejammere kann einem ganz schön auf die Nerven gehen. Kann jemand die Platte wechseln? Ein bisschen mehr Swing auflegen? Wir sind nämlich ziemlich cool, wir Europäer. Zum Beispiel die Parlamentswahl. Die New York Times erinnert uns, dass sie "the worlds biggest exercise in democracy" war. Zum ersten Mal haben einst verfeindete Blöcke ein gemeinsames Parlament gewählt. Ja, so manches Großmaul wurde nach oben gespült. Viel wurde auch über das fehlende "Europa-Gefühl" des europäischen Volkes geschrieben. Aber ist das denn so schlecht? Sind Demokratien nicht


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