Im Sumpf

RAIMUND LÖW | Vorwort | aus FALTER 25/04 vom 16.06.2004

AUSLAND Jeder Tag bringt neue Details über menschenverachtende Praktiken im Umgang der US-Streitkräfte mit Gefangenen. 

Wenn man seinen ehemaligen Mitstreitern glauben darf, dann hat der Mann, der am 30. Juni die Macht in Bagdad übernehmen wird, eine bewegte Vergangenheit hinter sich: Iyad Alawi war arabischer Nationalist und Mitglied der Baath-Partei. Von Saddam Hussein kaltgestellt, ging er ins Exil und versuchte die unfeinen Methoden des irakischen Diktators gegen dessen Regime zu wenden. Mit anderen exilierten Militärs und Geheimdienstleuten gründete er die Gruppe Iraqi National Accord, die Anfang der Neunzigerjahre Mordanschläge gegen die irakische Führung organisierte und in Bagdad Bomben hochgehen ließ. Die Informanten der New York Times vermuten, dass es Dutzende Opfer in der Bevölkerung gegeben hat. Finanziert wurde das alles aus amerikanischen Steuergeldern vom CIA.

  Dem Irak kann man nur wünschen, dass der Mann in seiner neuen Funktion die nicht seltene Metamorphose

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