FREIHEITLICHE

Rechte Reste

Politik | aus FALTER 25/04 vom 16.06.2004

FPÖ-Vizekanzler Hubert Gorbach bestellte auf der offiziellen FPÖ-Feier der Stimmung entsprechend "Weiß sauer" (vorarlbergerisch: Gsprizter). Etwa hundert Meter entfernt ging's hingegen zu, als wäre die FPÖ Wahlsieger. Andreas Mölzer, FPÖ-Ideologe und Herausgeber der rechtsextremen Wochenzeitung Zur Zeit, feierte im "Bieramt" den siegreichen Vorzugsstimmen-Wahlkampf. "Wir haben gezeigt, dass die Parteispitze nicht über die Basis hinweg bestimmen kann", freut sich ein Blauer.

  Die "Basis", jene 6,3 Prozent, die noch Blau wählen, wirkt überraschend jung: Auf der Party war ein Großteil der geladenen Gäste unter dreißig, viele davon im Ring Freiheitlicher Jugend aktiv. Seitdem Johann Gudenus die FPÖ-Jugend leitet und mit NS-Vokabular wie "Umvolkung" hantiert, stieg die Zahl der Mitglieder um fast tausend. Um die ältere Generation kümmerte sich der Papa: Wiens FPÖ-Seniorenchef John Gudenus mobilisierte die nationalen Pensis. Fleißig waren die Kärntner: Dort bekam der Liebling der Rechten, der Kontakte zum Vlams Blok und der Lega Nord pflegt, 6211 Stimmen. In Wien wählten ihn 4906, in Oberösterreich gibt es 1622 Mölzer-Fans. Insgesamt erhielt der Deutschnationale rund 12.000 Vorzugsstimmen.

  Ebenfalls auf der Wahlfeier: Schlagende Burschenschafter, darunter der Chef des Pennäler Rings. Mensurenfechter gibt es österreichweit aber lediglich 5000 - inklusive alter Herren. Doch Masse ist bei den strammen Rechten ohnehin kein Thema mehr. "Der Treibsand ist verschwunden", freut sich ein Freiheitlicher, "wer auch jetzt noch zu uns steht, der ist ein wahrer Nationaler." N. H.


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