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Politik | aus FALTER 25/04 vom 16.06.2004

25 Jahre ist es her, dass Leon Zelman den Jewish Welcome Service gründete. Immer noch lädt er jährlich Dutzende Holocaust-Überlebende ein, ihrer früheren Heimatstadt einen Besuch abzustatten. Viele davon hat Thomas Klestil empfangen. "Mit Liebe und Aufrichtigkeit", sagt Zelman, als er dem scheidenden Bundespräsidenten einen Abschiedsbesuch abstattet. "Dafür danke ich Ihnen." Klestil erwidert: "Es liegt an mir, Ihnen zu danken. Sie sind ein Mahner, aber auch ein Versöhner." Noch etwas liegt Zelman am Herzen: "Ich bin bestürzt, was in letzter Zeit geschieht. Da fallen Worte wie ,Landesverräter' und ,Pogrom'. Wissen Sie, ich habe als Kind einen Progrom erlebt." Klestil nickt: "Worte können nicht nur verletzen, sondern auch töten. Das ist es, was ich mit ,Abrüstung der Worte' immer gemeint habe"


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