Kommentar

Festwochen-Theater 04: Völle statt Fülle

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 25/04 vom 16.06.2004

In den vergangenen sechs Wochen habe ich einundzwanzig Schauspielproduktionen der Wiener Festwochen gesehen, die drei Teile des Proust-Projekts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" habe ich noch vor mir. Es geht mir den Umständen entsprechend gut, danke. Natürlich hat es auch heuer ein paar großartige Theaterabende gegeben, meine Favoriten waren folgende:

1. Das Wörterbuch des Schweigens

2. Provenance

3. Klaras Verhältnisse

4. Sauerstoff

5. Reiher

In die Reihe der großen Jahrgänge wird 2004 eher nicht eingehen. Das Konzept von Schauspieldirektorin Marie Zimmermann wirkt im dritten Jahr etwas überarbeitungsbedürftig. Da ist zunächst das Prinzip Überforderung: Seit Zimmermann im Amt ist, wird das Festwochenprogramm von Jahr zu Jahr umfangreicher. Allein im Schauspiel wurden heuer dreißig Produktionen angeboten, die nicht einmal ein Fanatiker wie ich alle schaffen konnte. Natürlich ist es nicht Sinn der Übung, dass alle alles sehen, aber irgendwann wird's unübersichtlich, und


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