AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 25/04 vom 16.06.2004

Dass ein Roman an einem einzigen Tag spielt, ist nicht so ungewöhnlich, dass dieser Tag dann aber auch noch nach dem Protagonisten benannt und weltweit gefeiert wird, ist aber doch eher eine singuläre Manifestation der Weltliteratur. Der nach Leopold Bloom benannte "Bloomsday" fällt auf den 16. Juni und ereignet sich heuer zum hundertsten Mal (siehe auch nebenstehenden Artikel). Das hat nicht nur zur Folge, dass zahlreiche Literaturliebhaber und sonstige Trinker sich regelmäßig was vorlesen (lassen), um ihren haltlosen Whiskey- und Guinesskonsum zu rechtfertigen. Auch die Verlage feiern Bloomsday, James Joyce und dessen großen Roman. Suhrkamp, wo der 1904 spielende und 1914 erschienene "Ulysses" erst kürzlich als wohlfeile Taschenbuchsonderausgabe auf den Markt kam, bringt nun die berühmte Übersetzung von Hans Wollschläger erstmals als (nicht nur) faktenschwer kommentierte Ausgabe heraus, in der mitunter drei Seiten Fußnoten auf eine Seite Text kommen und Karten sowie Personenverzeichnis


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