KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 25/04 vom 16.06.2004

Wer seinen Kindern Spaß und einem Galeristen Angst bereiten möchte, der sollte die Schau "Möbelsalon Käsekrainer" von gelatin in der Galerie Meyer Kainer (bis 31.7.) nicht versäumen. Dort bietet sich alles zur Benützung, zum Ausprobieren, Klettern, Greifen und Knuddeln an - ein derartiger Umgang mit den trashigen Kunstwerken ist aber natürlich nicht vorgesehen. Die vier Berufsjugendlichen von gelatin, die letztes Jahr mit einer akrobatischen Plastilinfigur Salzburg schockierten, haben die Galerie prall mit Arbeiten gefüllt. Sie präsentieren diesmal aber nur die banalste Version ihrer Strategie: Kunst muss bunt und kindlich sein; die Besucher gehören physisch durch Installationen miteinbezogen (Erlebnis!); infantile Sexgebärden und die ständige Betonung des Ausscheidungsapparates sorgen für Provokation. Das aktuelle Thema "Möbel" wird etwa durch ein Klo realisiert, bei dem man sich durch am Boden angebrachte Spiegel selbst beim Stuhlgang zusehen kann. Außerdem haben gelatin


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