Der Bauch von Wien

Stadtleben | WOLFGANG PATERNO und CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 25/04 vom 16.06.2004

NASCHMARKT Wohl kaum einer der 26 Wiener Märkte hat in den letzten Jahren solch einen Wandel durchgemacht - der ehemalige Großgrünmarkt bei der Kettenbrückengasse ist heute Tummelplatz der Schickeria und Touristenfalle. Ein Blick unter die hochglanzpolierte Oberfläche. 

Das Reich der explodierenden Farben und Formen trägt immer öfter eintöniges Blau. Ein beliebiger Tag am Naschmarkt, zehn Uhr vormittags, ein Marsch vom Karlsplatz Richtung Kettenbrückengasse. Links der Gemüse- und Kebabschlauch, das gewohnte Charmieren ("Bitte, Dame?!") und ansatzlose Brüllen ("Keeeebaaappp!") freundlicher Verkäufer. Im Gastroschlauch dagegen: Hämmern, Fräsen, Sägen, Klopfen, Schneiden, Einpassen. Angestrengtes Umbauen von Marktständen, bei dem bislang charmant-fehlerhafte Schilder wie "Brodspezialitäten" ob der offensiv zur Schau getragenen Professionalität nicht mehr vorkommen können. Es sind vor allem Handwerker unterwegs, dazwischen sind nervöse Marktstandbesitzer zu sehen, dazu


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