Böhmen liegt am Meer

ERICH KLEIN | Extra | aus FALTER 25/04 vom 16.06.2004

ESSAY Eine Traumreise durch Europas neue Länder, abseits der Klischees und ausgetretenen Routen und doch mit wachem Blick für Zentren der Merkwürdigkeit.

"Liegt Böhmen noch am Meer, glaub ich den Meeren wieder. Und glaub ich noch ans Meer, so hoffe ich auf Land."

Ingeborg Bachmann

Jeder, der den lichtüberfluteten Hauptplatz der istrischen Stadt Koper betritt, hält kurz inne, denn die Blicke der seit dem frühen Morgen hier Sitzenden verfolgen jedes Detail und jede Bewegung. Das Zentrum der slowenischen Küstenstadt im Hinterland von Triest, als venezianische Gründung auch Capodistria (Capo d'Istria) genannt, ist das schönste Café Europas und zugleich der beste Ausgangspunkt für eine 2000 Kilometer lange Reise von der Adria an die Ostsee, quer durch Mitteleuropa, genauer die neuen Länder der EU.

  Die Autobahn Richtung Nordosten führt quer durch den Karst - karges und eindringliches landschaftliches Markenzeichen des EU-Beitrittsmusterschülers - und zu einem spektakulären Denkmal

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