Böhmdorfers Abschied

Vorwort | FLORIAN KLENK | aus FALTER 26/04 vom 23.06.2004

KOMMENTAR Jetzt wird Dieter Böhmdorfer wieder Haiders Anwalt. Dem abtretenden Justizminister wird Respekt gezollt. Zu Recht? 

Wie sich doch die Zeiten ändern. Als der freiheitliche Justizminister vergangenen Donnerstag gerade seinen Rücktritt bekannt gab, da jagte SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim - einst Erzfeind des Ministers - bereits einen Nachruf über den Fernschreiber. "Einziger FPÖ-Minister mit Sachkompetenz muss gehen!", stand da zu lesen. Das war ernst gemeint. Böhmdorfer habe "den Dialog mit der Opposition gesucht", sei "liberaler geworden", habe "Größe bewiesen". Auch die Zeitungen zollten mehr Respekt als Kritik. Tenor: ein "Rappelkopf des Rechtsstaates" (Die Presse) sei er schon gewesen, dieser Böhmdorfer. Aber irgendwie auch ganz erfolgreich. Selbst die FAZ widmete Haiders Burschenschaftsfreund ein paar nette Zeilen.

  Böhmdorfer selbst reichte den Journalisten beim Abschied eine Mappe mit seinen Reformen, "damit sie nicht nur über die sieben Misstrauensanträge


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